SmartHome
"SmartHome" ist ein Modebegriff geworden, ohne das es bisher einen verbindlich definierten Inhalt dafür gibt. Ähnliche Begriffe drücken letztlich das Gleiche aus: Hausautomatisierung, Hausautomation, HomeControl, Gebäudemanagement, Gebäudeautomatisierung, Facilitymanagement... Genug der Google-Suchwörter. Bleiben wir der Einfachheit und Kürze halber hier beim Begriff "SmartHome". Zum Inhalt:
Womit beschäftigt sich "SmartHome" nun eigentlich? Was kann ich damit Messen, Regeln, Steuern?
Ganz einfach: Alles. Außer Tiernahrung? Nein, die auch! Per Futterautomat fürs Aquarium zum Beispiel.
Anders gesagt: SmartHome verbindet Welten. (Wir erinnern uns: mhr.de verbindet Welten). Ihre Welten. Gemäß Ihrer ganz konkreten Anforderungen Ihrer Geschäftsprozesse, Ihrer Workflows oder Ihrer Wünsche an Ihre ganz spezifische Arbeits-, Wohn- oder Freizeitwelt.
Soweit die kompakte Aussage. Hier nun weitere Details, für alle, die noch etwas mehr darüber lesen möchten:
Welt 1: Die Sensoren und Aktoren.
Diese Welt ist sozusagen die echte, reale Welt. Denn Sensoren und Aktoren, das sind all die Bausteine, mit denen SmartHome-Systeme mit der echten Welt interagieren. Alle außer Tiernahrung. Quatsch! Außer Computer. Die kriegen wir später...
Grob strukturiert gilt: Sensoren messen. Aktoren arbeiten.
Sensoren sind also Thermometer, Kontaktgeber, Kameras, Taster, Gasmelder, Wetterstationen, Bewegungsmelder, Füllstandsanzeigen, Bodenfeuchtemesser, Näherungsschalter.... usw. usf., also alles, was Zustände der realen Welt misst und an die Steuerung meldet.
Aktoren sind hingegen die Teile, die nach Signal von der Steuerung irgend etwas in der realen Welt verändern. Nein, nicht die Schlange bei Adam und Eva. (Oder doch?) Gemeint sind vielmehr Schalter (und damit alles was schaltbar ist, egal ob Nachtlicht im Schlafzimmer oder Kühlmittelpumpe im AKW), Dimmer, Sprachausgabe, Torantriebe, Fensteröffner, Türschlösser, Heizungsventile, Schaltventile, Lichtszenarien, Medienströme (Musik, Video etc.) usw. Indirekt -weil virtuell bleibend- gehören auch neue Daten generierende und Prozesse auslösende Komponenten, wie z.B. Mail, SMS, Anruf, Alarm, Datenübertragung (z.B. Bild auf Archiv-Server) zu den Aktoren.
Sensoren und Aktoren sind stabil, robust, klein und preiswert geworden und (relativ) gut verfügbar. Relativ deshalb: Einige Hersteller kochen datenprotokolltechnisch ihr sehr eigenes Süppchen und hoffen, damit den Erfolg eines großen Software-Fenster-Herstellers aus Redmond/Washington nachvollziehen zu können, und dank ihres eigenen Standards ihr eigenes Produkt weltweit als (fast) einzig Wahres durchzusetzen. Ob es ihnen gelingen wird oder sie vielmehr das Schicksal anderer proprietärer Insellösungen teilen werden, in kurzer Zeit bestenfalls noch Erinnerung zu sein, bleibt abzuwarten.
Modulare übergeordnete Steuerungssysteme können auf beides flexibel reagieren, indem sie bedarfsweise um neue herstellerspezifische Module ergänzt werden und Anwendern somit diese sofort gemeinsam mit anderen in ihrer Anwendung nutzbar machen, oder aber alternativ die Funktionalitäten von nicht integrierbaren Modulen eben durch sofort nutzbare Komponenten anderer Hersteller bereitstellen. Nur so können Synergien entstehen, was wiederum neue Möglichkeiten und damit Mehrbedarf beim Anwender entstehen lässt.
Welt 2: Die IT-Komponenten
Gemeint sind Computer und Co. Vor noch wenigen Jahren traf man oft auf Meinungen wie "Computer? Brauche ich nicht in meinem Geschäft." Oder: "Zu unsicher" oder "Dafür bin ich zu alt.". Heute können diese Leute ohne Computer keine Bestellung bei Lieferanten mehr tätigen, ohne Mail kein zeitnahes Angebot mehr erstellen und ihren Kunden zukommen lassen und keine Buchungen annehmen oder gar sofort online bestätigen, natürlich automatisch und zur besten oder oft auch einzig möglichen Zeit des Kunden, den sie sonst eben gar nicht als Kunden hätten: Nach dessen Feierabend.
Über die Akzeptanz und Verfügbarkeit von Rechentechnik, geschäftlich wie auch privat, braucht also heute nicht mehr diskutiert werden. Nebenbei ist der Preis der IT-Komponenten drastisch gefallen bei ebenso drastisch gestiegener Leistung, Kompaktheit und Robustheit. So kann ein SmartHome-"Server" heute nahezu geräuschfrei als kleine, weil hochkompakte Netbooktechnik enthaltene Schachtel unauffällig Hukepack hinten am Touchscreen der Bedienkonsole in der Eingangshalle Ihres Unternehmens oder der Diele Ihres Hauses hängen, wobei der Touchscreen sogar die teuerste Komponente dieses Verbundes bildet.
Welt 3: Die Netze
Zunächst eins vorweg: Jede gute und seriöse SmartHome-Lösung kommt auch OHNE Internet aus!
Im Zeitalter von Flatrates und Internet ist es zwar kein Problem, sogar z.B. in Social Media Portalen seinen persönlichen Status statt diesen manuell einzutippen, letztlich durch die Bewegungsmelder und den HomeServer seines Hauses automatisch aktualisieren zu lassen (über die Sinnfälligkeit, so etwas der Welt mitzuteilen, mag jeder selbst entscheiden), aber man stelle sich vor, es kommt ein Gewittersturm und die Markise kann nicht eingefahren werden, oder es steht ein Liefer-LKW vor dem Tor und es kann nicht geöffnet werden, weil der Provider z.B. gerade seine Server nach Update rebootet oder die TK-Gesellschaft gerade die tägliche Zwangstrennung der Internetleitung durchführt!
Die Vernetzung ist eine sehr mächtige und die Funktionalität einer SmartHome-Lösung nochmals stark erweiternde, aber eben eine optionale Komponente. Genauso, wie zumindest jede wichtige Komponente wie Heizung, Licht, Tore usw. im Notfall auch ohne Computer und Strom bedient werden können müssen, muß ein solches System auch ohne "Außenanbindung" zumindest die für den Anwender wichtigen Kernfunktionen sicherstellen. Alles andere wäre unverantwortlich. Auch Begründungen bzgl. des damit minimierbaren Aufwandes sind bei den heutigen Computer- und Systempreisen (siehe "Welt 2") inakzeptabel. Die Anpassung der Lösung an die konkrete Forderungen und Abläufe des Anwenders ist in jedem Fall auch dann zu machen, egal ob das "Trägersystem" beim Anwender oder in der Ferne beim Provider steht.
Der Nutzen der Netzanbindung liegt in weiteren, erst dadurch möglichen Funktionen. So könnten im Netz verfügbare freie Informationen zusätzlich genutzt und ins System integriert werden. Z.B. könnte eine vom Server der Bahngesellschaft gelesene Verspätung der S-Bahn Einfluß auf die Weckzeit nehmen, von Wetter-, Programm-, Kurs-, Wartungs-, Lieferstatus- und ähnlichen Daten ganz abgesehen.
Im Gegenzug können Daten ausgehend per Netz z.B. als Alarm- oder Statusmeldungen an andere Standorte übertragen werden. Das gilt nicht nur für Notfälle, sondern z.B. auch, um Waren- oder Kapazitätskontingente sofort (oder bei Netzunterbrechung: sobald als möglich) abzugleichen, oder um aus der Ferne den Status von Anpflanzungen, einzuhaltende Kühlketten in Tankstellenshops oder Medikamentenschränken, bei Überfeuchtung z.B. von ungenutzten Ferienwohnungen, aufgeladenen Akkus in Sportbooten oder Leihfahrzeugen, frostsicheren Lagerhaltungen o.ä. abzufragen, um nur einen kleinen Ausschnitt von Lösungen aus der Vergangenheit zu nennen.
Bidirektional werden so sogar manuelle oder automatisierte Fernwirkprozesse ermöglicht. Beispiele: Heizung, Lüftung, Fensteröffnung, Bewässerung, Abschattung, Verschlußstatus, Fahrzeuge vorwärmen, Anwesenheitssimulation...
Abschließend sei noch eine sehr menschliche Anwendung erwähnt:
So es die Beteiligten wünschen (und auch ohne Beteiligung von "Fremden", auf deren Servern diese Daten auflaufen) können z.B. zu weit entfernt lebenden Verwandten übertragene "Statusdaten" es älteren Menschen erlauben, länger in vertrauter Umgebung, in der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus zu leben, und dennoch die Sicherheit zu haben, dass z.B. die Kinder zurückrufen oder aktiv werden, sobald der Bewegungsmelder im Flur (der nebenbei auch das Licht schaltet oder bei Abwesenheit alarmiert) unüblich lange keine Meldung abgab. Und sollte doch nur ein Leitungsausfall beim Provider vorgelegen haben, so war der dadurch provozierte Anruf ganz sicher nicht "unnötig".
Welt 4: Die Smartphones
Eine weitere, ebenfalls optionale aber dennoch die Gesamt-Funktionalität nochmals immens beeinflussende Komponente hat sich in den letzten Monaten und Jahren rasant schnell etabliert. Die Nutzbarkeit der SmartHome-Systeme wird durch diese Geräte nochmals enorm vergrößert und vereinfacht: Die Bedienung der Systeme per Smartphone-App.
Waren vor wenigen Jahren oder Monaten noch schick eingefasste und simpel mit Fingern per Touchscreen bedienbare Konsolen-Bildschirme an etablierter Stelle das Ziel vieler Wünsche, so haben heute Smartphones dieses und anderes voll übernommen:
- Man(n) oder Frau hat sie sowieso immer dabei, das "Suchen und Gehen zur nächsten Konsole" entfällt, ganz abgesehen vom sonst extra hochzufahrenden PC oder Notebook, evtl. auch noch mit initialem Warten aufs Beenden von Updates.
- SMS oder Mail kommt auf dem Gerät an, mit dem sofort und ohne es aus der Hand zu legen reagiert werden kann, z.B. durch Aktivierung der SmartHome- oder einer WebCam-App, Rückruf, SMS, Mail usw.
- Die Bedienung ist einfach, ohne Zusatzteile wie Mäuse, Tatstaturen oder Stifte. Gesten und Wischtechnik sind gewohnt.
- Weitere, ebenso auf dem Gerät verfügbare Applikationen könne bedarfsweise sofort aktiviert werden, wie ToDo- oder Beschaffungs- und Einkaufs-Listen, Programmübersichten, Geräte-Bedien-Apps usw.
- Das Gerät wird zur wirklichen universellen Fernbedienung, ebenso zur Status- und Bedienkonsole
Natürlich kann eine Smartphone-App wegen der letztlich doch kleinen Bildfläche und der komplizierteren Tastatureingabe nicht jede Aufgabe übernehmen. Komplexere Übersichten und Diagramme, Eingaben größerer Texte oder längerer Listen, Sichtung größerer Informationsblöcke etc. verbleiben Aufgabe eines evtl. in der Logistik- oder Hotelrezeption ohnehin aktiven PCs, von wo aus z.B. Buchungsanfragen sofort, schnell und komfortabler per Mail beantwortet werden können.
Jedoch kann das Smartphone in der Hosentasche beim Rundgang durchs Gebäude sehr nützlich sein, um z.B. sofort vor Ort am unvermieteten Zimmer dessen Heizungsprofil zu ändern, oder um ohne ein Zimmer zu betreten dessen Fensterstatus abzufragen oder um unterwegs im 8. Stock auf ein Klingeln der Nachtglocke unten am Eingang per WebCam, Sprachdialog oder Türöffner sofort reagieren zu können.
Welt 5: Die Synergien
Synergien sind Mehrwerte, die erst im Zusammenspiel von Komponenten möglich werden. Hier liegt der eigentliche Schwerpunkt vieler unserer Lösungen. Dafür müssen aber zwei wichtige Voraussetzungen erfüllt sein:
- Die Basiswelten müssen stimmen und in der Prozessdynamik aus dem EffEff beherrscht werden
- Man muß offen sein für neue, mitunter auch recht unkonventionelle Lösungen und Wege
Welche das sind? Zitat H.-R. Kunze: "Neue Wege sind schwer zu beschreiben, denn sie entstehen ja erst beim Gehen."
Wir freuen uns sehr darauf, im Gespräch mit Ihnen evtl. für sie passende schon gefundene Wege vorzustellen, diese bedarfsweise mit Ihnen weiterzuentwickeln und gerne auch neue Wege zu beschreiten.